Social Media und Mental Health bei Jugenlichen

Social Media und Mental Health bei Jugenlichen

In unserem neuen Karma Blog geht es um die Auswirkungen sozialer Medien und der Corona Pandemie auf die mentale Gesundheit von Jugendlichen.

In den letzten Jahren haben psychische Krankheiten stark zugenommen, welche durch die Corona Pandemie noch weiter verstärkt wurden. Insbesondere Angstzustände und Depressionen haben in den letzten 25 Jahren um mehr als 70% zugenommen. Zudem haben Jugendliche in einer Umfrage angegeben, dass die 4 von 5 am meistbenutzten sozialen Medien ihre Angstzustände verschlimmerten. Obwohl eine positive Entwicklung feststellbar ist, wird die mentale Gesundheit im Vergleich zur physischen Gesundheit immer noch häufig vernachlässigt. Deswegen ist es wichtig, dass wir uns alle mit dem Thema auseinandersetzen und gleichzeitig offener werden. Insbesondere wenn es darum geht professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, denn häufig werden Psychologen und Psychotherapeuten abgelehnt. Zudem kommt dazu, dass psychische Krankheiten oft nicht anerkannt und verpönt werden nach dem Motto „sowas gibt's es nicht“ und in der Gesellschaft klein geredet werden.


Social Media und Mental Health

Der Mensch ist in seiner Natur ein soziales Wesen und strebt nach bedeutenden Beziehungen. Diese haben einen wesentlichen Einfluss auf unser Wohlbefinden und tragen dazu bei, Stress und Depressionen zu lindern. Zusätzlich heben sie gleichzeitig unser Selbstwertgefühl und erfüllen uns mit Freude. Durch das Internet haben sich neue Möglichkeiten ergeben und die Beziehungen wurden auf die digitale Welt ausgebreitet. Wir erinnern uns alle an die Anfänge mit dem MSN Messenger und ICQ. Das Problem jedoch ist, dass soziale Beziehungen nur in „real life“ ihre Magie (Glückshormone) entfalten können. Diese Beziehungen müssen jedoch durch gemeinsame Erlebnisse gepflegt werden und dafür reichen leider nicht nur ein Like und ein paar DMs.


Negative Auswirkungen von Social Media

Wenn wir zu viel Zeit damit verbringen uns online zu connecten, vernachlässigen wir unsere realen Beziehungen. So paradox es klingt, bringen uns soziale Netzwerke nicht näher, sondern entfremden uns. Der exzessive Gebrauch von sozialen Netzwerken kann dazu führen, dass man sich von der Außenwelt abschottet und isoliert. Genauso wie erfüllende Beziehungen einen positiven Einfluss auf unser Wohlbefinden haben, kann Einsamkeit erhebliche mentale Folgen wie beispielsweise Depressionen nach sich ziehen. Die Psychologin Melissa Hunt hat in ihrer Studie an der University of Pennsylvania nachgewiesen, dass erhöhter Konsum von Instagram, Snapchat und Facebook das Gefühl von Einsamkeit und Depressionen verstärkt. Weitere negative Folgen können Schlafstörungen, Cyberbullying und FOMO (fear of missing out) sein.

Social Media hat uns allgemein misstrauischer gemacht, weshalb wir wieder offener werden müssen. Wir haben einiges an sozialen Kompetenzen eingebüßt und als Ergebnis können einige Leute keine vernünftigen Gespräche mehr führen, insbesondere mit fremden Menschen.


Positive Aspekte von Social Media

Natürlich hat Social Media nicht nur negative Auswirkungen, sondern auch einige positive. So hilft uns Social Media mit Freunden und Bekannten auf der ganzen Welt in Kontakt zu bleiben, von denen man sonst nicht viel hört. Neben dem sozialen Faktor spielte mit der Zeit auch das Entertainment eine immer größere Rolle, siehe YouTube und Twitch. Zudem hat Instagram es geschafft eine komplett neue digitale Branche zu erschaffen und damit auch neue Möglichkeiten in der Arbeitswelt. Wir alle kennen Beispiele von erfolgreichen Unternehmen, die sich fast ausschließlich durch die Präsenz auf Instagram mithilfe von gutem Content und der Zusammenarbeit mit Influencern durchgesetzt haben. So ist auch für uns Instagram die wichtigste Art mit euch zu kommunizieren und uns auszutauschen.

Jedoch müssen wir aufpassen, dass wir vor allem jüngere Generationen und Jugendliche nicht glauben lassen, dass alles was auf Instagram und anderen sozialen Medien zu sehen ist der Wirklichkeit entspricht. So ist Instagram nur ein kleiner Ausschnitt aus einem Leben eines Individuums (oder Unternehmens), welcher zu einem großen Teil nur positive Inhalte widerspiegelt, weil sich die meisten nur von ihrer besten Seite zeigen wollen. Dabei gehen aber viele, insbesondere Influencer, zu weit und bedienen sich verschiedenster Techniken wie Filter oder Photoshop, um ihr Aussehen künstlich aufzuwerten. Genau darin liegt das Problem, denn auch wenn wir alle dessen bewusst sind, werden trotzdem falsche Schönheitsideale vermittelt. So sagen beispielsweise 9 von 10 Mädchen, dass sie mit ihrem Körper unzufrieden sind. Insbesondere jüngere Generationen lassen sich beeinflussen und leiden immer häufiger unter Minderwertigkeitskomplexen und haben das Gefühl, dass deren Leben nicht spannend genug sei. Eines ist jedoch sicher, auch das Leben eines Influencers hat Höhen und Tiefen mit dem großen Unterschied, dass es meistens nur die Höhen auf Instagram schaffen.


Was hat nun Corona mit dem Ganzen zu tun?

Mehrere Studien belegen, dass sich der psychische Zustand von Kindern und Jugendlichen während der Pandemie weiter verschlechtert habe. Laut der deutschen COPSY Studie fühlten sich 71% der Kinder und Jugendlichen durch die Covid Pandemie belastet. Dabei hat sich der Anteil der Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten verdoppelt und deren allgemeiner Gesundheitszustand verschlechtert. Zu den Auffälligkeiten gehörten erhöhte Angstzustände, Hyperaktivität und Probleme mit Gleichaltrigen. Weitere Studien konnten auch eine erhöhte Anzahl an Jugendlichen mit Depressionen feststellen.


Social Media während der Pandemie

Wenn man versteht, wie wichtig soziale Beziehungen sind, wird deutlich, wieso sich der psychische Zustand von Jugendlichen so drastisch verschlechtert hat. Durch die Lockdowns waren die sozialen Kontakte extrem eingeschränkt und die Einsamkeit nahm zu. Zur gleichen Zeit erhöhte sich der Medienkonsum um 4 Stunden pro Tag, während die körperliche Aktivität um mehr als 2 Stunden abnahm. Eine weitere Studie untersuchte den Social Media Konsum während der Pandemie und stellte fest, dass eine positive Korrelation zwischen hohem Social Media Konsum und psychischen Problemen wie beispielsweise einer Kombination aus Angstzuständen und Depressionen bestehe.


Was lernen wir daraus?

Es ist wichtig die mentale Gesundheit erst zu nehmen und ihr sollte mindestens der gleiche Stellenwert in der Gesellschaft zugeschrieben werden wie der physischen Gesundheit. Ironischerweise trägt insbesondere Social Media zur erhöhten Wahrnehmung der mentalen Gesundheit bei. Dabei wollen wir noch einmal klarstellen, dass wir nicht Social Media alleine als Hauptursache sehen, sondern mehr als Katalysator. Hiermit möchten wir auch dazu motivieren mehr menschliche Beziehungen, die einem am Herzen liegen, zu pflegen und ab und zu eine kleine Auszeit von Social Media zu nehmen. Zudem haben einige Studien gezeigt, dass Bewegung und Sport eine zentrale Rolle einnehmen psychische UND mentale Beschwerden vorzubeugen bzw. zu lindern. Es lohnt sich immer neue Sachen auszuprobieren und neue Leute kennenzulernen, dafür dürfen wir aber nicht zu voreingenommen sein, sondern müssen weltoffen und neugierig sein.