Obdachlosigkeit in Deutschland

Obdachlosigkeit in Deutschland

 

Nach unserer Umfrage auf Instagram hat die Mehrheit Obdachlosigkeit vorgeschlagen woraufhin dies unser erstes Thema geworden ist. Mit diesem Beitrag wollen wir euch eine kurze Einführung in das Thema Obdachlosigkeit geben. Dabei haben wir die Obdachlosigkeit in Deutschland näher betrachtet und haben versucht herauszufinden, wie diese in einem so wohlhabenden Sozialstaat wie Deutschland zustande kommt.

 

Was bedeutet Obdachlosigkeit? 

Als Erstes müssen wir Obdachlosigkeit definieren und von der Wohnungslosigkeit trennen. Jeder kann sich etwas unter dem Begriff „Obdachlosigkeit“ vorstellen, jedoch kennen die wenigsten den Unterschied zwischen Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit und so kommt es oft vor, dass diese beiden Begriffe als Synonyme verwendet werden.

Als obdachlos gelten diejenigen, die weder einen festen Wohnraum noch eine Unterkunft besitzen und im öffentlichen Raum, im Freien, oder in Notunterkünften übernachten. Soweit also nichts Neues.

Wohnungslos dagegen sind diejenigen, die keinen Mietvertrag haben und bei Freunden, Familie, oder in staatlich finanzierten Wohnheimen wohnen.

 

 

Wie viele obdachlose Menschen gibt es denn in Deutschland? 

Da wir nun den Begriff der Obdachlosigkeit definiert haben, können wir uns näher mit der Frage beschäftigen wie viele Obdachlose es denn jetzt überhaupt in Deutschland gibt. Die Antwort darauf ist, dass es keiner so richtig weiß. Der Grund dafür ist, dass Deutschland keine offiziellen Statistiken über obdachlose und wohnungslose Menschen führt. Warum ist das so? Da gibt es verschiedene Meinungen. Die einen meinen es wäre zu teuer und nicht möglich genaue Statistiken zu führen und die anderen meinen, dass die Bundesregierung bewusst keine offiziellen Zahlen veröffentlicht, da diese höchstwahrscheinlich zum Handeln zwingen würden. Da stellt sich doch die Frage, ob das nicht eigentlich der Sinn einer solchen Statistik wäre. Dadurch wird nur versucht das Problem in die Länge zu ziehen und teilweise unter den Teppich zu kehren.

Um auf die eigentliche Frage zurückzukommen, bietet die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, kurz BAG W, Schätzungen zu Wohnungslosen und Obdachlosen. Im Jahr 2018 waren ca. 678.000 Menschen wohnungslos, darunter sind 441.000 anerkannte wohnungslose Flüchtlinge. Davon sind ca. 41.000 Menschen obdachlos, wenn nicht sogar mehr, da die anerkannten wohnungslosen Flüchtlinge in dieser Schätzung nicht berücksichtigt worden sind.

 

 

Was sind die Ursachen für Obdachlosigkeit?

Die meisten gehen davon aus, dass Obdachlose für ihre Situation oftmals selbst verantwortlich sind. Jedoch darf man nicht vergessen, dass es auch andere Faktoren gibt wie beispielsweise familiäre Probleme, schwierige Lebenssituationen sowie Krisen. Ebenfalls spielen auch gesellschaftliche Ursachen eine Rolle, die zum Leid beitragen. 

Zu den gesellschaftlichen Gründen zählen beispielsweise die zunehmende Armut in Deutschland, sowie der herrschende Wohnungsmangel in Ballungsgebieten, insbesondere in Großstädten gepaart mit hohen Mieten.

Laut Statistiken der Europäischen Kommission ist die häufigste Ursache für Obdachlosigkeit in Deutschland, der Verlust der Arbeit ohne eine neue zu finden. Weitere Ursachen sind Drogenabhängigkeit und eine hohe Verschuldung, sowie der Verlust oder die Trennung von Lebenspartnern. Natürlich gibt es noch weitere Ursachen, diese sehen auch bei jeder Person anders aus, jedoch zählen die genannten Ursachen zu den häufigsten.

 

Welche Folgen und Probleme bringt die Obdachlosigkeit mit sich?

Obdachlosigkeit bringt vor allem körperliche und psychische Probleme mit sich. Sie führt dazu, dass grundlegende menschliche Bedürfnisse, wie Nahrung, Wärme und Sicherheit nicht befriedigt werden können. Mangelnde Hygiene und Unterernährung schwächen die körperliche Verfassung der Menschen, die auf der Straße leben, wodurch sie anfälliger für Krankheiten werden. Aufgrund einer fehlenden Krankenversicherung, können sie sich keine medizinische Versorgung leisten, wodurch ihre Lebenserwartung drastisch sinkt.

 

Der ständige Kampf ums Überleben zerrt sehr stark an der Psyche, gepaart mit einem möglichen Drogenkonsum macht es im wahrsten Sinne des Wortes verrückt. Hinzu kommt noch die Einsamkeit und soziale Ächtung der restlichen Gesellschaft, welche sich ebenfalls negativ auf das Wohlbefinden auswirken. Ein weiteres Problem dem Obdachlose gegenüberstehen ist das erhöhte Risiko gewalttätiger und sexueller Übergriffe, da sie auf der Straße nicht den nötigen Schutz bekommen und somit den Gefahren völlig ausgesetzt sind.

 Deswegen ist es wichtig, dass wir Obdachlose nicht nur als solche wahrnehmen, sondern als Menschen, von denen jeder einzelne eine Geschichte mit sich trägt.

  

Es steht nicht nur die Bundesregierung in der Pflicht etwas zu unternehmen, sondern jeder einzelne von uns kann seinen kleinen Beitrag leisten den Menschen auf der Straße zu helfen. Jeder der schon mal einem Obdachlosen geholfen hat, sei es nun durch eine kleine Geldspende oder das Geben von Nahrung, weiß wie sehr sich die meisten freuen und es zu schätzen wissen. Seien wir doch mal ehrlich, am Ende des Tages macht es für uns doch keinen Unterschied, ob wir mit 2 Euro oder einer Banane mehr oder weniger nach Hause kommen, jedoch macht es einen großen Unterschied für die Person, die die Hilfe benötigt. Es könnte für die Person sogar die einzige Mahlzeit des Tages gewesen sein…

 

Wir hoffen wir konnten euch nun einen kleinen Überblick über die Obdachlosigkeit in Deutschlande verschaffen. Da es aber noch mehr über dieses Thema zu schreiben gibt und wir das Problem weiterhin genauer betrachten möchten, werden in den nächsten Wochen dazu noch weitere Beiträge folgen.